Monat 2 von ……?

Nun sind wir bereits 9 Wochen unterwegs und haben auf ca.16000  km ganz Kanada (9 Provinzen und 2 Territorien) bereist.

Wir haben uns in unserem GEMAMBIL so richtig eingelebt und wissen nun, dass es für unsere Ansprüche genau das Richtige ist. Wir haben viele Menschen mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen kennengelernt, aber mit keinem hätten wir unser „Speed Turtle“ getauscht.

Beeindruckende Erlebnisse in den letzten Wochen waren für uns der der Campell Hwy mit seiner Einsamkeit (auf hunderten km keine Menschenseele) und der beeindruckenden Tierwelt. Es gab aber auch immer wieder Tierkontakte wie die Milliarden von Moskitos auf die wir gerne verzichtet hätten.

Gerhard hat sich in der Zwischenzeit fast zum Profi Fischer entwickelt. Einige Mahlzeiten konnte er schon fangen. Es ist aber leichter gesagt als getan, wenn man ständig in neuem Gewässer unterwegs ist und nicht die Ausrüstung und die Erfahrung des Bruders bei der Hand hat.

Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt am Demster Hwy.  mit Flug zum Eismeer. 750 km unterschiedlichste Landschaften in der Einsamkeit des Nordens. Unvorstellbar, dass sich hier die Menschen im Winter nur auf den zugefrorenen Flüssen (Iceroad) fortbewegen und dies die einzige Verbindung und Versorgungsmöglichkeit außer dem Flugzeug ist.

Was für uns immer wieder beeindruckend war, die gar nicht so wenigen Radfahrer die diese Strecken auf 2 Rädern bewältigen, wo wir auf 4 schon manchmal ins Schwitzen kamen. Wir hatten ja Gott sei Dank 4 neue Reifen in Yelloknife gekauft, die sich nun bewährten.

Viele gemütliche und interessante Stunden verbrachten wir mit Bekanntschaften die wir unterwegs machten. So feierten wir mit Agnes und ihrem Mann Harold ihren 60. Geburtstag in Dawson City bei einem gemütlichen Essen und anschließender Chow im Saloon „Diamond Tooth Gertie“.Dies hatten wir mit ihnen vereinbart als wir uns im „Elk Park“ kennengelernt hatten. Mit dabei waren auch Günther und Michaela aus Wien, die wir auch immer wieder trafen und hoffentlich auch in der Zukunft von ihnen hören werden.

Ewald, Max und Margret haben wir ebenfalls in Dawson City nach 6 Wochen wieder getroffen. Sie standen völlig unerwartet eines Abends am Stellplatz neben uns. Wir hatten seit 4 Wochen keine Verbindung mit ihnen.

Aber auch viele sehr junge Menschen liefen uns immer wieder über den Weg und berichteten von ihren Erlebnissen auf den oft mehrjährigen Reisen.

So vergeht die Zeit und unsere Reise führt uns nun in das Wilde Land Alaska, wo wir die nächsten 4-6 Wochen verbringen werden.

Fairbanks und Umgebung

https://drive.google.com/open?id=1qjmvbO5sJ_PH0jzwE2-P52i-cOM&usp=sharing

Google Map`s Dawson City nach Fairbanks

 

Der Ursprung dieser Stadt geht auf die Zeit des ersten Goldrausches von 1903/04 zurück. Wichtig war die Stadt auch während des 2. Weltkrieges als Alaska von den Japanern bedroht wurde.

Fairbanks-9

Fairbanks ist heute die zweitgrößte Stadt Alaskas und der Ausgangspunkt für die Exploration des hohen Nordens. Von hier aus werden all die kleinen Buschsiedlungen an der Beringstraße und am Polarmeer versorgt.

Die einstige Goldgräberstadt besitzt heute eine florierende Wirtschaft, die auf die Förderung von Öl, Gas, Kohle und Gold beruht.

Die Stadt im Herzen von Alaska hat aber auch für den Tourismus vieles zu bieten. Ausgangsbasis für viele Entdeckungsreisen ob mit dem Raddampfer, der Eisenbahn, dem Buschflugzeug oder im Winter mit dem Hundeschlitten.

Im März finden alljährlich die „World Ice Art Championship“ statt, bei der Künstler aus aller Welt gewaltige Eisskulpturen schaffen. Einige davon können im „Fairbanks Ice Museum“ bestaunt werden.

 

In der Vorstadt „North Pol“, im Santa Claus Haus, trifft man das ganze Jahr hindurch auf den Weihnachtsmann. Es können Wunschzettel abgegeben und Weihnachtseinkäufe getätigt werden.

Vor der Tür steht der größte Weihnachtsmann der Welt.

Busch Alaska ein Weg über das Dach der Welt

 

Am „Top oft he World Hwy“ nach Alaska

Von Dawson City aus, führt der Hwy auf ca. 100 km auf den Rücken der Berge, fast durchwegs auf einer Schotterstraße mit tollen Ausblicken, zum kleinen Grenzübergang nach Boundery.

Der Grenzübertritt war in 10 Minuten problemlos erledigt, und wir dürfen bis 11.01.2018 in Amerika bleiben.

Alaska oder „The Last Frontier“

Alaska, der größte US-Staat im äußersten Nordwesten von Nordamerika, viermal so groß wie Deutschland bietet alle Möglichkeiten das volle Abenteuer zu genießen. Ein gewaltiges Land mit 6000 m hohen Bergketten, Gletschern, breiten Wildnisflüssen und einsamen Küsten am Pazifik, an der Beringsee und am Polarmeer.

Wir werden diesen Bundesstaat ca. 6 Wochen bereisen, die faszinierende Tierwelt beobachten und hoffen einen Grizzly oder Buckelwal vor die Kamera zu bekommen. In den vielen wilden Flüssen werden wir unser Anglerglück versuchen und vielleicht einen Lachs oder anderen leckeren Fisch fangen, der dann in unsere Küche eine schmackhafte Abwechslung bringen soll.

 

Weiter führte uns nun der Weg am Tayor Hwy. An den Flüssen West und South Fork entlang, was auch heute noch ein riesiges Goldgräbergebiet ist.

Sehr interessant ist die Siedlung „Chicken“ mit 2 Campingplätzen, einer Gold Dredge und 3 Hütten: Bar, Kaffee und Souveniershop.

Von Tok zum Ende des Alaska Hyw. nach Delta Junktion bis Faibanks

„Rika`s Roadhaus“ bei Big Delta

Eine Art Freilichtmuseum mit Farmhaus und Poststation welches einen guten Eindruck vom Pionierleben in Alaska vermittelt.

Am Dempster Hwy zu den Eskimos

Dempster Hwy

Der Dempster Hwy ist die große Wildnisstraße der kanadischen Arktis und führt über den Polarkreis hinaus bis zur Nordküste des Kontinents. Man fährt durchwegs auf einer Schotterstraße, einem jahrhunderte altem Handelsweg der Kutchin Indianer. Auf 735 km Länge liegen bis zum Endpunkt Inuvik, nur ein einziges Hotel, ein paar Wildniscampingplätze und zwei winzige Indianersiedlungen mit 2 Tankstellen.

Die Straße führt durch eine mächtige Gebirgslandschaft, gefolgt von Tundra Landschaften die wiederum in kahle Berge mit riesigen Geröllhalden wechseln. Die Landschaft ist vom Peel, Arctic Red und dem Meckanzie River und vielen kleinen Flüssen und Seen geprägt. Mit etwas Glück entdeckt man in diesen Weiten auch mal Elche, Seeadler und Bären. Aber auch die Entdeckung kleinerer Tiere macht diese Strecke zum Erlebnis.

Bei km 445 überschreitet man den Polarkreis, und bei km 513 am Wright Pass ist die Grenze zum Northwest Territories.

Einige km zeigten sich aber auch die Spuren von Waldbränden, und einen Tag war deswegen die Straße auch mal gesperrt. Wir sahen Gott sei Dank nur noch Reste und Ausläufer davon.

Im Land der Mitternachtssonne

200 km nördlich des Polarkreises steht die Sonne vom 25. Mai -18. Juli 24 Stunden lang am Himmel und geht vom 7. Dez. – 5. Jan. nicht auf.

 

„Der Platz der Menschen“ INUVIK in der Eskimosprache

200 km über dem Polarkreis, ist Inuvik die größte und westlichste Siedlung Kanadas mit ca. 3500 EW. Sie liegt im NWT am Mackenzie River/Delta. Hier endet der Dempster Hyw. Die Stadt ist das Verwaltungs- und Versorgungszentrum des Deltas. Sehenswert ist die kreisrunde „Iglo Church“ die tatsächlich wie ein Schneehaus aussieht.

Im Sommer ist Inuvik der Treffpunkt für eine bunt gemischte Schar von Menschen: Touristen, Trapper, Wissenschaftler und Piloten, Dene und Mezis, Inuit und Ex- Southerners.

Mit dem Flugzeug unternahmen wir einen Tagesausflug in das Dorf Tuktoyaktuk

„Tuk“ ist ein Dorf der Karngmalit –Inuit auf einer Sandbank an der Küste der Beaufort Sea (Eismeer). Der Flug führte uns über das Mackenzie Delta, das größte Delta Kanadas mit 80 km Breite und 240 km Länge ein Labyrinth aus Seen, Flussarmen, Sandbänken und Sümpfen. Dieses Dorf ist in den Sommermonaten nur auf dem Luft- oder Wasserweg erreichbar, in den Wintermonaten auf einer Eisstraße auf dem Fluss, was sich ab 2018 ändern wird. Derzeit wird noch an der Fertigstellung einer Straßenverbindung gearbeitet.

In der Nähe des Dorfes gibt es die sogenannten „Pingo“ Hügel die einen Kern aus Eis haben. Sie entstehen durch Erdverschiebungen die der Permafrost mit sich bringt. Sie sind die einzigen Erhebungen soweit man sieht.

Zurück nach Inuvik fuhren wir dann mit einem kleinen Motorboot was ziemlich anstrengend war, da diese 6 Stunden dauerte. Wir machten dabei einen Stopp bei einer Eskimofamilie die noch vom Balugawahlfang lebt.

Von „Watson Lake“ in die Goldgräberstadt „Dawson City“

https://drive.google.com/open?id=1BrS6tvTU0YACRGHENhdwVvsU-dk&usp=sharing

Google Map Watson Lake nach Dawson City

Am Campell HYW

Viele tolle Eindrücke und totale Abgeschiedenheit von der Zivilisation erlebten wir am 650 km langen Robert Campell HYW, der fast vollständig auf Schotterstraßen bewältigt werden muss.

Auf der Strecke liegen die beiden Dörfer Ross River und Faro. In den in heute stillgelegten Mienen wurde Blei und Zink abgebaut. Die wenigen übriggebliebenen Einwohner von ca. 350 versuchen heute mit Touristischen Angeboten zu überleben.

Traumhafte Übernachtungsmöglichkeit fanden wir am „Frances Lake“. Entspannung und Ruhe pur. Das Abendessen wurde am Lagerfeuer zubereitet, ein leckerer selbst gefangener Hecht.

Am Morgen begrüßte uns ein Weißkopfseeadler auf dem Baum vor unserem Auto.

Abstecher über die Frenchman Tatchun Roud

Zurück am Klondike HYW mit Blick auf den Yukon „Five Finger Rapids“.

Die Stromschnellen waren ein gefährlicher Ort während des Goldrausches und zu den Zeiten, als Flussreisen an der Tagesordnung standen.

Blick auf Pelly Crossing/ Pelly River

Silver Trail 100 km

2 tolle Nächte verbrachten wir am „Five Mile Lake“

Yokon-12

Die Fahrt am Siver Trail von „Mayo“ bis zur kleinen Siedlung „Keno City“ und rauf zum Gipfel des Kino Hill 1949 m mit einer 360° Panoramarundsicht und zurück auf der Duncan Creek Roud, war ziemlich abenteuerlich.

An der Strecke wird heute noch in den privaten Silbermienen gearbeitet.

Keno City mit 25 EW (im Winter 12) vermittelt ein künstlerisches Flair mit Ideenreichtum. Ein ganz aus Bierflaschen gebautes Haus zeigt wie Leergut verwertet werden kann. Im Museum erfährt man aus der Ära des Silber- und Blei-Erz- Bergbaus.

Mayo einst ein Handelsposten für Pelzhändler heute mit ca. 350 EW Servicezentrum für die Mineralexploration der Umgebung.

In diesem Jahr wurde das 150. Jubiläum des „Canada Day“ am 1. Juli gefeiert. Es waren alle 350 Menschen auf den Straßen unterwegs.

Dawson City

Liegt am Zusammenfluss von Klondike River und Yukon River und wurde bekannt durch die riesigen Goldfunde. 1897 lebten 5000 Menschen in der Stadt und als der Hauptstrom 1898 der Goldsucher eintraf, wuchs die Bevölkerung auf 30 000. Mitte des 19. Jh. zogen die Goldgräber weiter nach Alaska, in der Stadt wuchs das Unkraut so hoch wie die verfallenen Gebäude.

Erst durch den Tourismus ist die Stadt in den letzten Jahren wieder gewachsen. Das Ambiente längst vergangener Zeiten ist heute noch zu spüren. Im Saloon „Diamond Toth Gerti“ wird gepokert und auf der Bühne schwingen die Cancan – Girls ihre Beine. Hier feierten wir mit unseren Bekannten aus Wien und Deutschland, Agnes 60. Geburtstag.

Dawson City ist auch der Ausgangspunkt zum  Damster HWY nach Inuvik und nach Chicken in Alaska. Es ist die letzte Servicestation und die Preise sind sehr hoch. Die verrückte Stadt am Yukon River beherbergt sehr viele Aussteiger, die Arbeitslosigkeit fördert den Alkohol und Drogen-Konsum.

Besuch der Gold Dredge Nr.4

Einer der zwei dutzend Schaufelbagger die das Gebiet um Dwason City bearbeitete und 1959 die Arbeit endgültig einstellte. Zuvor hatte sie 1913 -1919 eine Mengen Gold geschürft. 800 Feinunzen Gold war die größte Ausbeute pro Tag. Von 1941 bis 1959bearbeitete sie den Boden des Bonaza Creek Tals, wo sie heute zu besichtigen ist.

Nach einem gescheiterten Versuch Gold zu waschen machten wir uns auf den Weg nach Inuvik.