der Süden Litauens

Kernave an der Neris, Nord/Westlich von Vilnius

Das Städtchen war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt. Es ist berühmt für seine fünf Burghügel die während der Eiszeit entstanden sind und auf denen später die litauischen Fürsten stattliche Burgen bauten. Von diesen ist heute nichts mehr zu sehen, doch kann man die Hügel besteigen und von dort die herrliche Aussicht auf die Neris genießen und ein rekonstruiertes Dorf/Freilichtmuseum besichtigen. Der  Ort selbst war einst ein blühendes  Handelsstädtchen, wurde aber von den Kreuzrittern zerstört und die Stadt von einer dicken Erdschicht zugedeckt. Kernave wird daher oft auch „das litauische Troja“ genannt. Seit 1990 finden systematische Ausgrabungen statt. Das Gelände mit den Schüttburgen steht seit 2004 als Kulturreservat Kernave unter dem Schutz der UNESCO. Ein ganz toll aufbereitetes Museum zeigt Ausgrabungsfunde und informiert über die Siedlungsgeschichte.

Sehenswert ist auch die rote Kirche von Kernave.

Die Burg von Trakai

Trakai war im 14. Und 15. Jahrhundert die Hauptstadt Litauens und die Burg im See der Sitz der litauischen Großfürsten. Die Lage des Ortes und der roten Wasserbug, mitten im Insellabyrinth des Galvesees, schützte vor Angriffen des Deutschen Ordens. Die restaurierte Wasserburg ist heute über eine Holzbrücke mit dem Dorf verbunden und wird von fast jedem Urlauber besucht. Wir ließen uns den Anblick auch nicht entgehen.

Im Nationalpark Dzukija

Diese waldreiche Region von Dzukija und Suvalkija befindet sich in Litauens Süden an der Grenze zu Polen und Belarus, ist sehr dünn besiedelt und wird vom Fluss Nemuna (Memel) durchquert.

Unser Ziel war der kleine Ort Marcinkonys, wo wir mal unsere Wanderschuhe auspackten. Wir machten uns auf den 13km langen Wanderweg durch die unberührte Naturlandschaft des größten Nationalparks Litauens mit seiner besonderen Flora und Fauna. Man geht durch urwüchsige Kiefernwälder mit Flechten, Moosen und Heidekraut. Zu dieser Jahreszeit sieht man Unmengen von Pilzen die man nicht suchen muss, die sind einfach überall.  Entlang von Mooren, kleinen Seen und immer wieder mal einem Dörfchen, überquert man mal einen kleinen Fluss und eine Wanderdüne. Es war für uns ein Tag wie in einer Märchenwelt.

Am nächsten Tag besuchten wir noch das Städtchen Merkine an der Memel mit einem gewaltigen Aussichtturm, von dem man einen tollen Blick auf die Umgebung hat.

Im 2. Weltkrieg wurde auch hier, wie in so vielen anderen Orte,  die jüdische Bevölkerung (über 800 Menschen, davon 400 Kinder) von den Nationalsozialisten ausgelöscht. An diese Menschen erinnert der jüdische Friedhof und die Gedenkstätte der ermordeten Juden.

In Merkine und den umliegenden Dörfern wird die berühmte schwarze Keramik hergestellt. Dafür wird Lehm nach alten und wohlgehüteten Rezepten unter Beifügung von Fichtenharz in der Erde gebrannt. Wir besuchten einen Töpfer und erstanden natürlich ein Souvenir.

Vilnius Die Hauptstadt von Litauen

Auf den Weg in die Hauptstad führte uns unsere Reise zum geographischen Mittelpunkt von Europa (auf einem Golfplatz) bei Purnuskes, wenige Kilometer nördlich von Vilnius. Die neuesten Berechnungen des französischen Landvermessungsamt „Institut Geographique National“ ergaben diesen Punkt. Es umringen die Fahnen der europäischen Länder eine massige Säule aus weißem Granit mit golden funkelnder Sternenkrone.

VILNIUS – eine Stadt mit Geschichte                                                    

Fast 600 000 Menschen leben in Vilnius, davon nur 50% Litauer und jeweils 20% Russen und Polen. Vilnius Atmosphäre ist von seiner Vielvölkergeschichte bestimmt. Im Lauf der Jahrhunderte siedelten hier die unterschiedlichsten Ethnien und Konfessionen und trieben Handel.

Wenn man in die Altstadt mit den malerischen engen Gassen und geduckten Häuschen eintaucht, kommt man ins Schwärmen. Kopfsteinpflaster und nur wenige Autos auf den Straßen- das lädt zum Flanieren ein. Litauens Hauptstadt ist betörend schön, nicht ohne Grund nennt man sie „Jerusalem des Ostens“ oder „ Rom des Nordens“. Vilnius scheint solche Vergleiche zu provozieren. Auf jeden Fall ist sie eine Stadt mit vielen Kirchen: Katholische, russisch-orthodoxe, evangelische, mehrere Moscheen und inzwischen auch wieder eine Synagoge. Die Stadt wirkt wie ein steinernes Bilderbuch der europäischen Architekturgeschichte: Renaissance oder Barock – daneben die Kuppeln der russisch- orthodoxen Kirchen und die Gründerzeitbauten des Bürgertums.

Wir starteten mit einer Runde im „Hopp on- hopp off“ Bus, da dieser direkt vom Stellplatz seine Runde begann. Dadurch hatten wir einen recht guten Überblick wo es was zu sehen gab. Nach der 1 stündigen Runde machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg und waren von den vielen tollen Aus- und Einblicken, den architektonisch so verschiedenen Kirchen, Häusern und den kleinen Gassen ganz begeistert.

In Vilnius soll man von jedem Standort aus mindestens drei Kirchtürme sehen können.

Vilnius hat sein Gesicht bis heute nicht verloren, auch wenn jenseits des Flusses Neris moderne Bürotürmen in den Himmel ragen.

Der Dichter Asam Mickiewicz lebte früher am Anfang der heutigen LITERATUR GASSE. Heute schmücken rund 200 Werke litauischer und ausländischer Künstler die Wände und ehren verschieden Autoren. Jedes Bildnis ist eine Hommage an einen literarischen Meister, der von den Künstlern selbst ausgewählt wurde.

Künstlerviertel von Uzupis

Hinter dem Flüsschen Vilna liegt eine der ältesten Vorstädte. Ursprünglich von Handwerkern bewohnt, zogen nach der Unabhängigkeit Litauens 1991 viele Studenten, Künstler, Musiker und Schauspieler in die leistbaren Plattenbauten des Vorortes. Alte Häuser, idyllische Hinterhöfe, Galerien, Cafés und kleine Läden prägten das Viertel, das immer beliebter wurde. Die 7000 Bewohner gründeten 1997 ihre eigene „Spaßrepublick“- mit 4 Flaggen (für jede Jahreszeit eine), einem eigenen Präsidenten und einer eigenen Uzupis Verfassung mit 41 Artikeln (bitte unbedingt nachlesen!!!) https://www.newslichter.de/2013/01/uzupis-und-das-recht-auf-gluck/ In der kleinen Republik werden die normalen Regeln auf den Kopf gestellt- eine reizvolle Mischung aus Anarchie und Idylle. Auf dem Marktplatz erhebt sich das Wahrzeichen, ein goldener Engel, daher wird Uzupis auch Engelsrepublick genannt.

Spät Abends kehrten wir müde aber mit vielen tollen Eindrücken zurück auf unseren City Stellplatz. Uns hat es in Vilnius sehr gut gefallen. Eine Stadt zum Wiederkommen!

Zurück in Litauen

Wir überqueren die Grenz nach Litauen auf einer ganz abgelegen Straße. Wir wollen den Ort Stelmuze, an der litauisch-lettischen Grenze, mit einer der ältesten Holzkirchen des Baltikums besuchen. Die Kirche wurde mit einfachen Werkzeug, ohne einen einzelnen Nagel, 1650 errichtet. Vor der Kirche steht eine schon sehr unterstützungsbedürftige alte Eiche. Leider konnten wir den Innenraum der Kirche nicht besichtigen. Die Dame beim Kassa Häuschen erklärte mir mittels Handy: Heute ist Hygienetag!!!

Zurück auf der Hauptstraße in Zarasai warfen wir einen kurzen Blick vom gewundenen Riesensteg aus 17m Höhe auf den See.

Unser nächstes Ziel war der Nationalpark Aukstaitija

Wir besorgten uns in Palüse gleich mal Informationsmaterial zu Kajak-, Wander- und Fahrradtouren. Uns sprach dann gleich eine Kajaktour am Kiauna Fluss mit 16 km an. Wir machten uns auf den Weg einen Anbieter zu finden, der uns zur Einstiegstelle bringen sollte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Anbieter gab es mehrere, die Plätze waren aber menschenleer, fanden wir dann doch noch einen der uns am nächsten Tag zum Einstiegspunkt der Tour bringen wollte. Am nächsten Morgen waren wir wie vereinbart um 9.30 dort. Das Auto wurde abgestellt, unser Kanu startklar gemacht, die Wassersäcke gepackt und alles ins Transportauto verladen. Eine halbe Stunde später waren wir am Kiaune See und wir starteten die Tour.

Es war dann Abenteuer pur. Gott sei Dank hatte Gerhard die Route mit GPS am Handy gespeichert. Wir mussten gleich mal den See überqueren und den Wasserweg des Flüsschens finden, der dann ungefähr 2m breit war. Die Strecke führte über unzählige kleine Kurven durch Schilf, dann wieder durch Wald mit umgefallenen Bäumen, die wir liegend unterfahren oder durchs Wasser watend überqueren mussten. 2 weitere Seen waren dann auch noch zu meistern. Es waren aber tolle Eindrücke in der so ganz unberührten Natur. Zu den 16km am Kiauna Fluss mussten wir dann noch 6km Flussaufwärts am Zeimena Fluss paddeln um zu unserem Auto zu kommen. Da kamen wir dann noch so richtig an unsere Grenzen. Ziemlich geschafft hoben wir nach 7 Stunden und 22km unser Kanu aus dem Wasser.

Am nächsten Tag hatten wir weder Lust zum Radeln noch zum Wandern.

Wir erkundeten die alten Dörfer und Aussichtspunkte des Parks mit dem Auto.

Zwischendurch legten wir einen Stopp ein und konnten wieder Schwammerl und Heidelbeeren finden.

Auf unsern Stellplatz in Palüse haben wir eine tolle Abendstimmung am See einfangen können.

Nach so viel Natur brauchten wir wieder mal etwas Abwechslung und brachen Richtung Vilnius auf.

Der Süd/osten Lettlands

Wir verlassen nach 5 erholsamen Tagen/Nächten den Gauja Park und legen noch einen Stopp im Dorf ARAISI ein. Hier wurde bei Ausgrabungen auf der Insel im Araisi See eine Lettgallische Inselsiedlung, aus dem 9.-10 Jh. entdeckt und wieder rekonstruiert. Gleich am Hügel nebenbei sieht man die Überreste der Burgruine des Livonischen Ritterordens (14.-17-Jh.)

Am Weg in den Süd/Osten verbringen wir eine Nacht am Ufer der Aiviekste bei Plavinas im Mündungsgebiet in die Daugava.

Mein kleiner Fischerfreund Arthur hat mir verraten wie man in der Daugava Fische fängt. Wir hatten richtigen Spaß dabei, wir konnten uns auf lettisch (Hände und Füße) und ein wenig englisch prächtig unterhalten.

Die weiße Basilika von AGLONA zieht jedes Jahr über 50 000 Pilger an. Sie wollen die wundertätige Marienikone im Altarraum besuchen. Hier kann man die Aura spüren, die für eine Weile den Alltag vergessen lässt und sich darüber Gedanken machen, was im Leben am Wichtigsten ist. Mönche des Dominikanerordens brachten die Ikone vermutlich aus Litauen zur heiligen Quelle von Aglona und bauten 1780 für den nicht abreißenden Pilgerstrom die Basilika. Sie gilt heute als wichtigste katholische Kirche im ansonsten protestantisch orientierten Lettland.

Valnezers See- Teufelssee, er wechselt je nach Tageszeit seine Farbe, daher sein Name!

Sauleskalns: Hier befindet sich ein in die Jahre gekommenes Schigebiet auf einem der  höchsten Berge Lettlands mit 211m!!! Wir laufen die Lifttrasse hoch und wollen die versprochene Aussicht auf das umliegende Seengebiet genießen. Doch, wie weit man von dieser Höhe aus sieht,  kann man sich gut vorstellen.

Naturpark „Daugavas Loki“

Der Naturpark wurde eingerichtet, um die einzigartige Natur, kulturhistorischen Werte und die einzigartige von Menschen nur wenig veränderte Landschaft des Oberlaufes der Daugava im Abschnitt des Urstromtals Neujene –Kraslava zu erhalten. Eine charakteristische Besonderheit des Naturparkes sind die acht großen Daugava-Bögen, diese werden als das älteste Gebilde des Tals in Lettland angesehen. Im Jahre 2011 wurde das Naturschutzgebiet in die Liste Lettlands vom UNESCO Welterbe aufgenommen.

Flug über die Daugava

SLUTISKI das 500 Jahre alte Dorf Altgläubiger Russen. Es steht seit 1998 unter besonderem Schutz und es wurden einige Häuser als Museum rekonstruiert.

Aussichtsturm von VASARGELISKI

Schlossberg von Vespils und die Nachbildung der Dünaburg (es sind nur noch Mauer Reste vorhanden), die man bei einer kleinen Rundwanderung besichtigen kann.

Heimatmuseum in Naujene. Es zeigt die Fauna und Flora der Daugava und erzählt aus dem Leben der Bewohner.   

Unser letzter Stellplatz in Lettland am Sventes See

Gauja Nationalpark

Am Beginn des Parks befindet sich die Stadt SIGULDA, bekannt durch die Bob- und Rodelbahn. Die Bahn wurde 1986 gebaut, hat eine Länge von 1200+220m und besteht aus  16 Kurven. Auf der Strecke können bis zu 125 km/h Geschwindigkeit erreicht werden.

Als Besucher hat man die Möglichkeit, alle Kurven der Strecke zu Fuß zu durchlaufen, was wir natürlich machten.

Urlaubstage am Campingplatz Apajkalns in Raiskums, im Gauja-Nationalpark.

Hier wird alles geboten was man braucht und so beschließen wir mal einen längeren Stopp einzulegen. Es wird unser Kajak aufgepumpt und gleich mal der See erkundet.

Am Abend hat Gerhard noch Anglerglück. Vom Boot aus fängt er einen Hecht, den wir am Feuer grillen.

Ein schönes Abenteuer ist unsere Kajaktour am nächsten Tag auf der Gauja .Wir paddeln 17,5 Km durch unberührte Natur, vorbei an roten Sandsteinformationen die der Fluss über Jahrtausenden von Jahren geformt hat. Die Stille wird nur durch das schlagen der Paddeln und vom Plätschern kleiner Stromschnellen unterbrochen. Ein unvergessliches Erlebnis. 

Kanufahrt auf der Gauja

26 km Radtour ins Städtchen Cesis.

Bei einem kleinen Rundgang durch die Stadt besichtigen wir die Johanniskirche, sie ist einer der größten Sakralbauten Lettlands. Nicht weit davon erheben sich das neue Schloss und die Ordensburg des Schwertbrüderordens, die von einer schönen Parkanlage umgeben sind.

Am Hügel oberhalb der Parkanlage thront die orthodoxe Kirche mit ihren blauen Kuppeln.

Im Maipark, mit einem künstlich angelegten See, ist ein schwarzes Schwanenpaar zu Hause.

Lettland der Westen: entlang der Ostseeküste in die Lettische HauptstadT Riga

Die erste Nacht in Lettland verbringen wir an einem schönen See mit vielen Wasservögeln und einer tollen Abendstimmung.

Weiter gings nach Lipaja, wichtigster Ostseehafen Lettlands. In der Sowjetära war die Stadt Sperrbezirk. Heute bröckeln die stattlichen Offiziershäuser die zur Zeit des Zaren errichtet wurden. Nur die Nikolai Kathedrale erstrahlt in dieser unwirklichen Szenerie in vollem Glanz.

Wir verlassen aber bald wieder die Küste

und verbringen 2 Tage am Campingplatz Ezermali am See Zvirgzdu. Wir haben ein Plätzchen direkt am See, es wird gefischt und am Abend sitzen wir bis spät in die Nacht am Lagerfeuer.

Kuldiga

Bekannt durch die Sandsteinbrücke über die Venta und den breitesten „Wasserfall“ Europas mit ca. 240 Metern und einer Höhe von 2 Metern. Ob diese Höhe für den Begriff Wasserfall reicht oder nicht – ein schöner Anblick sind die Ventas Rumbas allemal.

Flug über die Venta

Einen Satz zu den Straßenverhältnissen in Lettland. Es sind nur die Hauptrouten mit Asphalt überzogen, aber jede Nebenstraße ist eine Staubstraße. Und wie das aussieht zeig ich euch an Hand eines Fotos. Die Räder waren mit einer Schutzhülle verpackt. Das Womo war bis auf die letzte Ritze verstaubt. Putzen war angesagt.

An der Küste zum Kap Kolka

Es reihen sich hier einige livische Fischerdörfer aneinander, von denen aber nicht mehr viel zu sehen ist. Die Häuschen sind entweder verfallen oder wurden zu Ferienhäusern umgebaut. Wir bleiben in Vaide beim Camping Purvziedi im Nationalpark Slitere. Von da erkunden wir per Rad nochmals die Küste bis Mazirbe.

Der Bootsfriedhof im Küstenwald bei Mazirbe, erzählt von der Zeit, als die Sowjets den Fischern das Fischen verboten. Zu groß war die Gefahr, dass die Fischer übers Meer flüchten würden. Es wurden die Boote an Land gezogen wo man sie heute noch entdecken kann. Der Bug ist fast noch intakt, die sorgfältig gebogenen Bretter des Rumpfes von Flechten überzogen, und wo der Mast in den Himmel ragte wächst eine Buche aus dem zerbrochenen Leib.

Zurück nach Vaide fahren wir die 10km am Strand, was ein tolles Erlebnis war.

Strandradl`n am Kap Kolka

Am nächsten Tag erkunden wir den wilden Strand von Kolkasrags, die Landspitze von Kap Kolka. Hier treffen die Strömungen der Riga Bucht auf die baltische See und fressen langsam aber stetig das Land, so dass auf der Ostseite des Kaps den Bäumen buchstäblich der Boden unter den Wurzeln entschwindet. Die ausgebleichten Stämme die dort am Strand und im Wasser liegen, dienen als natürlicher Wellenbrecher.

Unterwegs an der Küste Richtung Riga findet man so manch leckere Speisen:

Am Straßenrad gibt’s Räucherfisch zu kaufen. Und bei einem Stopp im Wald finden wir Eierschwammerl und Heidelbeeren. Tags darauf gibt’s dann Heidelbeerstrudel.

Die Hauptstadt von Lettland

Mit etwa 638 000 Einwohnern ist Riga die größte Stadt des Baltikums. Neben der gut erhaltenen Altstadt beeindruckt vor allem die Vielzahl an prächtigen Jugendstielbauten. Die über 800 Jahre alte Hansestadt beherbergt die meisten Sehenswürdigkeiten und ist auch in kultureller Hinsicht der Mittelpunkt der jungen lettischen Republik.

Die Rigenser lieben es, durch die herausgeputzten Straßen zu flanieren und in einem der gemütlichen Straßencafés auf dem Dom-, Liven- oder Rathausplatzes zu sitzen. Die Innenstadt gilt ihnen als Bühne, auf der sie von ihrem, zumindest in finanzieller Hinsicht, meist ernüchternden Alltag Abstand gewinnen können. Die Mehrheit der Riganer lebt noch immer in den grauen Vorstädten, die sich seit der Singenden Revolution Ende der 1980er- Jahr kaum verändert hat. Der Alltag ist schwer, nur wenige verdienen gut, und vor allem die Alten können kaum von ihrer schmalen Rente leben.

Das Nobelviertel von Riga befindet sich im Jugendstil Stadtteil. Bestens renovierte Häuser  und schick gekleidete Menschen mit ihren teuren Autos prägen dieses Viertel. Es ist das Zentrum vieler Botschaften.

Der Riga Zentralmarkt mit seinen fünf Markthallen ist einer der ältesten Märkte in Europa. Seine Hallen wurden früher als Zeppelinhangar genützt. Man findet alles was man zum Leben braucht, Fisch, Fleisch Obst und Gemüse, in Hülle und Fülle und auch leistbar. Käse u. Fleisch bekommt man um 5 -7 Euro das Kilo.  

Um die Stadt zu erkunden, bot sich für uns der Stellplatz in der Marina, auf der Halbinsel Kipsala, an. Traumhaften Blick auf die Altstadt, besonders bei Sonnenuntergang gabs gutes Licht für tolle Fotos.

Beim Fischen blieb leider der große Erfolg aus.

Auf ins Baltikum – nach Litauen

Bevor wir die Grenze zu Litauen passieren, besuchen wir noch das Eisenbahnviadukt bei Stancyki. Zwei fast 40 m hohe Bogenbrücken aus Granit spannen sich imposant über ein kleines Flusstal. Im ersten Weltkrieg gab es eine Zugverbindung von West- über Ostpreußen über Litauen. Die Linie wurde bald demontiert, da das Material für die Wolfsschanze benötigt wurde.

Grenzstein am Dreiländereck: Hier treffen sich Polen, Lettland und Russland. Man darf aber nicht den Grenzstein umrunden und somit drei Länder in ein paar Sekunden zu besuchen. Den russischen Boden zu betreten ist streng verboten und wird mit Kameras überwacht.

Grenzübergang Polen-Litauen

Bei Varteliai, einem kleinen unscheinbaren Grenzübergang, reisen wir in Litauen ein. Keine Kontrolle, kein “GREEN PASS“ alles stressfrei.

Entlang der Grenze zu Kaliningrad fahren wir hoch bis Vilkaviskis. Doch gleich eine negative Überraschung. Mein Handy hat sich ins russische Netz eingeloggt, 2,95 Mb Datenvolumen 60 Euro „Danke an BOB“

Ein Traumhaftes Plätzchen an einem See in Vilkaviskis, umgeben von Wasservögeln, rauschendem Schilf erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Die 1. Nacht in Litauen war sehr romantisch und lies mich die Panne mit dem Handy gleich vergessen.

Unsere Reise führt uns weiter an die Ufer der Memel bei Jurbarkas zum sehr schönen und gemütlichen Stellplatz in Pilis. Wir bleiben da gleich mal für 3 Nächte. Fahren mit den Rädern zum Schloss Panemune, Gerhard probiert es mit  Fischen in der Memel und ich backe mein 1. Brot im „Omnistar“!!! Meine Bewertung, (Gerhard) super gelungen schmeckt lecker. “Wie die deutschen so sagen“

Auf zur Kurischen Nehrung

Sie ist ein wahrhaftiges Wunder zwischen 2 Gewässern, geschaffen von Sand, Wind und Menschen. Sie gehört zum UNESCO – Weltkultur- und Weltnaturerbe. Hier erstreckt sich über 98 km (52km gehören zu Litauen, der Rest zu Russland) das großartige Panorama der Dünenlandschaft. Gefährliche Wanderdünen, die einst Dörfer unter sich begruben, sind nun zu friedlichen, im 19. Jh. wieder aufgeforsteten, bewaldeten Hügeln geworden. Die Ortschaften mit den romantischen Fischerhäusern passen sich harmonisch in die Landschaft ein.

Fischerdorf am Kurischen Haff

Wir beschließen, nach längerem herumsuchen, in Dreverna, am Stellplatz des Museums unser Lager aufzuschlagen. Der Platz liegt mitten im Ort, ca. 150 m vom Hafen entfern. Er gehört uns für 3 Nächte ganz alleine!!!

Am 2. Tag setzen wir mit der Fähre und unseren Rädern über das Haff nach Juodkrante.  Wir Radeln 72 km auf der Landzunge „Neringa“ (die Riesin), besuchen die Fischerorte Pervalka, Preila und das Künstlerdorf Nida mit der gewaltigen Parnidder Düne – aus der Vogelperspektive – mit bis zu 6o m Höhe.

Kurische Nehrung

In einem gemütlichen Fischrestaurant lassen wir uns das Mittagessen schmecken. Danach ging`s wieder zurück, durch schattige Pinienwälder entlang der windigen Ostseeküste zur Fähre nach Juodkrante.

Stürmische Ostseeküste

Ein kurzer Abstecher zum Ornithologischen Zentrum in Vente. In riesigen Netzen werden im Frühjahr und im Herbst, wenn die Vogelschwärme durchziehen, einzelne Vögel zu Forschungszwecken beringt.

Weiter entlang der Küste, vorbei an Klaipeda fahren wir in den Nationalpark Zemaitijos. Zwischen sanften Hügeln verstecken sich 26 Seen, der größte davon ist der Plateliu ezeras an dem wir auf einer großen Wiese mit Blick zum See bleiben. Es ist Freitag, und man merkt, dass ziemlich viel los sein wird. Am Abend gab es dann die ersten Lagerfeuer und Musikeinlagen!

Samstagvormittag starten wir unsere Räder und wollen eine Runde um den See radeln. Auf halber Strecke gibt es das Museum der Raketenbasis „Saltojo karo muziejus“. Im Wald von Ploksciai waren während des kalten Krieges gut versteckt vier abschussbereite Atomraketen auf Ziele in Westeuropa gerichtet. Im Rahmen der Abrüstungsverträge wurden diese 1974 abgebaut und 2012 wurde die Raketenbasis zu einem Museum über den kalten Krieg. Bei der Besichtigung, bei der man unterirdisch die Anlage hautnah erleben kann, erlebt man ein gruseliges Gefühl und Gänsehaut pur!

Und wen man dann den „ROTEN KNOPF“ drückt dann sieht Europa so aus.

Zurück beim Auto ergreifen wir die Flucht. Kaum noch ein Parkplatz frei, Menschenmasse überall. Wir packen und fahren los Richtung „Berg der Kreuze“. bei Siauliai.

Der Berg der Kreuze: Ein frommer Ort des Wiederstandes

Während der Aufstände der litauischen Bevölkerung gegen die russischen Besatzer im 19. Jh. begann man auf dem Berg auch Kreuze für gefallene Angehörige zu errichten, deren Gräber man nicht kannte. Im Jahr 1900 sollen auf dem Berg etwa 400 Kreuze gestanden haben. Den russischen Besatzern war dies ein Dorn im Auge und die rückten mit Bulldozern an. Schon in der Nacht darauf standen neue Kreuze am Hügel. Dies wiederholte sich einige Male. Vergeblich. Der Berg der Kreuze wuchs erneut und wurde endgültig zu einem Symbol des Wiederstandes gegen die sowjetischen Besatzer.

Der Platz ist heute ein heiliger Ort für Katholiken, aber auch eine Sehenswürdigkeit für weniger fromme Reisende. Fast jeder Besucher bringt ein Kreuz für einen bestimmten Anlass mit. Anfang der 90er Jahre versuchte eine Gruppe von Studenten die Kreuze zu zählen. Bei 50.000 gaben sie ermüdet auf.

Wir konnten diesen Ort, bei tollem Licht im Sonnenuntergang und einer Art Kreuzwegandacht einer Gruppe gläubiger Menschen erleben.

Beim Museum Lazdynu Peledos

Ein sehr abgelegener Ort zum Entspannen. Das Haus war ein ehemaliges Gut mit Parkanlage, dass von dem Maler Ivanauskas und seinen literarisch begabten Töchtern Ende des 19.Jh. bis zum 2. Weltkrieg bewohnt wurde. Die Töchter wurden durch Romane und Geschichten aus dem Leben der Litauer bekannt. Zu sowjetischer Zeit war es verboten darüber zu schreiben. Sie schafften es aber unter dem Deckmantel eines Synonyms „die Eule im Haselnussstrauch“. Man findet die Eule immer wieder am Anwesen. In dem kleinen Museum erlebt man Hautnah ihre Geschichte und die der Menschen in der Umgebung. Die Parkanlage mit ihren alten Lindenbäumen könnte noch mehr Geschichten über die Litauer erzählen, jetzt dient er zur Erholung und Inspiration für Malkurse.

Nach 2 Tagen verlassen wir diesen verträumten Ort und fahren über die Grenz nach Lettland.

Vom Ritterorden zum Führerbunker geschichtsträchtiges Polen

MARIENBURG in Malbork,

6o km Süd/östlich von Danzig, ist das weltweit größte Backsteinschloss mit Burganlage am Fluss Nogat. Es besteht aus Vorburg, Mittelburg und dem ältesten Teil, das Hochschloss welches bereits 1270 erbaut wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Anlage immer wieder um- und ausgebaut.  Alle Teile sind miteinander, durch ein uneinnehmbares  Verteidigungssystem, zu einer ca. 20 ha großen Wehranlage zusammengeschlossen.

Der 2. Weltkrieg richtete auch hier riesige Zerstörung an. In den letzten 70 Jahren konnte die Burg wieder recht gut rekonstruiert werden und erstrahlt wieder im alten Glanz

Großen Einfluss in der Entstehungsgeschichte hatte der Orden „Ritter des Spitals der Heiligen Maria des Deutschen Hauses zu Jerusalem“ oder kurz „Kreuzritter“ genannt. Der Ritterorden existiert heute noch und hat seinen Sitz in Wien unter der Führung des 65. Ordenshochmeisters. Der Orden betreibt Senioren- und Pflegeheime und engagiert sich in der Jugend- und Antidrogenarbeit.

SWIETA LIPKA ein bedeutender Wallfahrtsort

Das Gotteshaus wurde 1983 von Papst Johannes Paul II zur Basilika Minor ernannt. Die von Jesuiten erbaute Kirche ist heute einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Polens, sowie das bedeutendste Marien – Sanktuarium des Landes. Fast stündlich erklingt für 15 Minuten ein Orgelkonzert aus 4.965 Pfeifen und je nach gezogenen Registern winken, nicken und wackeln Engelchen zum Spektakel.

WOLFSSCHANZE ehemaliges Führerhauptquartier (Die dunkle Seite unserer Geschichte)

In kürzester Zeit stampften die Nazis 1940 zahlreiche Betonbunker und Sicherheitsanlagen aus Wald und Moor. Dieses frontnahe Führerhauptquartier diente als Befehlsbasis für die Operation „Barbarossa“, den Überfall auf die Sowjetunion. Das Gelände wurde hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt und in verschiedene Sperrkreise und Einzelbunker für Hitler, Göring, Keitel,…  eingeteilt. Unter feuerfesten Tarnnetzen und Tarnbäumen, bepflanzten Dächern und Sträuchern entstand eine ganze Stadt. Hitler plante von hier unter anderem den Angriff auf Stalingrad und die Zerstörung Warschaus. Er fühlte sich sehr sicher in seinen Bunkern bis Wiederstand aus den eigenen Reihen kam (Putsch von Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944, der nicht gelang).

Im Jänner 1945 sprengte die Wehrmacht beim Abzug die meisten der 80 Bunker.

Das Gelände wurde später in mühevoller Kleinarbeit entmint und kann heute bei einem ca. 2 stündigen Rundgang besichtigt werden.

Warum besichtigt man so eine Gräuelstätte?? …. Mein Gedanke dazu: Man soll der Geschichte ins Auge blicken, damit man im Hier und Jetzt nicht dieselben Fehler noch mal macht. Leider lernen wir nicht daraus.

Das Baltikum erwartet uns, auf geht’s nach Litauen.

Quer durch den Norden Polens-Entlang der Ostseeküste Nach Danzig

Vor der Abfahrt zur Polnische Grenz gibt uns der Stellplatzbetreiber noch den Tipp das Schiffshebewerk Niederfinow zu besichtigen. Ein bauliches Meisterwerk aus Beton, Stahl und Nieten, welches 1936 fertiggestellt wurde und die Oder mit der Havel verbindet. Mit Hilfe des Hebewerkes überwinden die Schiffe eine Höhe von 52 Metern. 2019 ging ein neues Schiffshebewerk, in noch größeren Ausmaßen in den Probebetrieb.

Bei Schwedt an der Oder überqueren wir die Grenze nach Polen und fahren der Oder entlang. Bei Gryfino besuchen wir noch den „krummen Wald“, rund 50 bizarr geformte Kiefern. Dann geht es an Stettin vorbei bis Stepnice, wo es die größte Seeadlerpopulation Europas gibt. Leider hatten wir regnerisches Wetter und konnten sie nicht beobachten. Weiter ging es in den Norden zur Ostsee und weiter Richtung Danzig. Entlang der Küstenstraße herrscht bereits voller Ferienbetrieb. In den Badeorten tummeln sich Menschenmassen wie wir sie aus den südlichen Urlaubsländern kennen. Flucht!!!

Am 6. Tag erreichen wir Danzig. Wir wollen in der Stadt nicht frei stehen und so bleiben wir auf einem Campingplatz für 2 Tage in der Nähe des Strandes.

Danzig (pol. Gdansk) liegt an der Ostsee, an der Mündung der Mottlau in die Tote Weichsel. Die Stadt ist die Hauptstadt der Wojewodschaft Pommern und wichtigstes Zentrum im Norden Polens. Danzig war auf Grund der geografischen Lage an der Ostsee über Jahrhunderte durch ständig wechselnder Herrschaft von Preußen, Kreuzrittern, pommerischen Fürsten bis hin zum deutschen Reich, eine strategisch begehrte Stadt. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg (90% der Bauten) kehrte Danzig wieder in die Grenzen Polens zurück und wurde sorgfältig aufgebaut. Bei einem 10 stündigen Rundgang durch viele Straßen und Gassen, vorbei an tollen Gebäuden, erlebten wir einzigartige Eindrücke von Danzig.

Die auf der Danziger Werft entstandene unabhängige Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“, unter der Führung von Lech Walesa trug dazu bei, dass das gesamte kommunistische System in Ostmitteleuropa zusammenbrach. Bei einem Rundgang im ehemaligen Werftgelände verspürt man noch den Geist der damaligen „Werftstadt“ und man glaubt in den alten, finsteren Hallen noch die Streikenden ArbeiterInnen zu hören. Nach einer polnischen Spezialität den Pierogi (gefüllte Teigtaschen) und gutem Fisch kehren wir zwar müde aber begeistert von der geschichtsträchtigen Stadt zu unserem Auto zurück.

Die Reise beginnt

Heute ist der 05.07.2021 wir beginnen unsere Reise ins Baltikum.

Der Plan, zwei Monate auf Reisen zu gehen, soll nach der langen COVID- Zeit Realität werden.

Alles verstaut: Räder, Kanu, Ficherausrüstung und vieles mehr. Noch ein Besuch bei der Mutter, Bruder und Neffen dann geht es um 16:oo Uhr los. Die erste Etappe führt uns noch an die tschechische Grenze bei Rainbach im Mühlkreis. Ein Parkplatz der einmal als Grenzparkplatz diente. Da bleiben wir nicht, denn da steht ein Hundehotel und das Gebell der Hunde wollen wir uns in der Nacht nicht antun. Wir beschließen weiter zu fahren, bis kurz vor Budweis, in den kleinen Ort Roznov. Abgelegen von der Straße finden wir einen schönen ruhigen Stellplatz direkt neben der Moldau. (Park 4Night). Das plätschern der kleinen Stromschnelle wird uns in den Schlaf summen. Morgen werden wir zeitig in der Früh durch Tschechen bis an die deutsch polnische Grenze fahren. Unser Ziel: der Badesee bei Tauchritz BRD, mal sehen wie es läuft .

Routing Tag1

https://www.google.com/maps/d/embed?mid=17GNpg564wY-yJUiBn502PrScuAO-mVwW

Reisen ist Freiheit