Manchmal kommt es anders – anders als man denkt!


 

Montag 26. März.

Wir sind ca. 50 km vor Veracruz und hätten noch 1200 km zur Amerikanischen Grenze. Da vernehmen wir abermals ein Krachen und Grammeln an unserem Auto und schnell ist klar wir können nicht weiterfahren. Abermals Abschleppwagen, Nissan Werkstatt und dann, nach Bangen und Hoffen – 24 Stunden später die Diagnose: Lager am linken Hinterrad kaputt, es kann nur das ganze Differenzial mit Achsen gewechselt werden und das muss aus Japan bestellt werden! Dauer mindestens 3 Wochen!!! Wir verstehen nicht, warum nicht nur das Lager getauscht wird, die Nissan Werkstatt macht das nicht und zu einer „no name“ Werkstatt wollen wir nicht mehr!!

Wir sind sprachlos, ratlos, hilflos!!! Die Freude am Weiterreisen ist uns vergangen.

Wir ziehen mal in ein Hotel und überlegen wie es weiter gehen soll.

Wir machen uns mal schlau und stellen fest, dass die Verschiffung von Veracruz aus möglich wäre. So geht es dann ans organisieren. Es ist aber Osterwoche und wir müssen bis Montag warten bis wir genaueres erfahren.

Am Montag geht’s dann schnell. Hr. Lau, der Direktor von der Spedition Beristain, der deutsch spricht ist sehr hilfsbereit und erledigt die Formalitäten: Fracht, Zoll, Autoausfuhr in einem Guss. Wir können unser Auto am Dienstag zum Hafen bringen und am Mittwoch ist die Zollkontrolle. Am Samstag, 7.04. fährt das Schiff – die Höegh Sydney – und bringt unsere angeschlagene Speed Turtle nach Antwerpen.

Wir buchen dann noch die Flüge für Donnerstag: Veracruz-Mexiko City-Atlanta-Frankfurt-Linz.

Wir sind am 6.April, Gerhards Geburtstag wieder in Österreich!!!

Rückreise nach Kanada- Halifax

 

Da der Aufenthalt in Chetumal dann doch 4 Wochen gedauert hat, beschlossen wir nicht mehr durch Belize und Guatemala zu fahren. Wir wollten ja von den Menschen und dem Land was sehen und nicht nur durchfahren.

Wir packten  unsere Speed Turtle am 22.03. zusammen und fuhren direkt bis Palenque durch, wo wir nochmals Agnes und Harold, Freunde aus Deutschland die weiter nach Südamerika fahren, treffen wollten.

Wir verbrachten gemeinsam 3 Tage am Maya Bell Camground und tauschten uns über unsere Erlebnisse in den letzten 10 Monaten aus. Wir konnten auch einen neuen mexikanischen Erdenbürger begrüßen, der dort vor 4 Tagen in einer Cabana das Licht der Welt erblickte!

 

Am 25. März fuhren wir dann weiter. Unser Ziel: am 1. April über die Grenze in die USA zu fahren und die nächsten 4 Wochen durch Amerika Richtung kanadische Grenze zu kommen.

Für 23. Mai ist die Verschiffung ab Halifax für unser Auto gebucht und für uns eine Kabine.

Zwangsurlaub am karibischen Meer

Chetumal

Eigentlich wollten wir dort nur noch das Wochenende abwarten und am Montag nach Belize einreisen, sind noch ca. 20 km bis zur Grenze.

Da so manche Geräusche unserer Speed Turtle immer lauter wurden, entschlossen wir uns, das doch noch in einer Werkstatt überprüfen zu lassen. Nach einigem hin und her zwischen Nissan Werkstatt und Mechaniker der so gar nicht unseren Vorstellungen entsprach wusste wir, dass das Differenzialgetriebe getauscht werden muss. So fanden wir dann doch noch eine Werkstatt, der bereit war die Arbeit zu übernehmen (ein gebrauchtes Getriebe aufzutreiben). Bei der Demontage stellte sich dann aber auch heraus, dass der Rahmen an weiteren Stellen gerissen war und auch da einiges zu machen anstand.

Am Campingplatz trafen wir Paulo und Ioana (Brasilianer und Rumänin) wir hatten sie schon zuvor mal kennen gelernt.

Paulo war für uns dann eine große Hilfe, indem er uns einige Male zur Werkstatt begleitete und uns dolmetschte.

So hieß es dann mal die Wohnkabine am Campingplatz „Yax Ha“ abstellen und das Auto zur Werkstatt und das für mal mindestens 14 Tage!!! Es hätte ein schlechterer Standplatz sein können.

Nach einer Woche überraschten uns Michaela und Günter, mit denen wir bereits 5 Wochen an der Baja California unterwegs waren.

Wir verbrachten die Tage bei Sonnenschein und 30° auf einem Rasenstellplatz an einer Meeresbucht und großem Pool in Calderitas bei Chetumal . Also „Zwangsurlaub“ in der Karibik.

 

„Oxtankah“ Ausgrabungsstätte bei Chetumal.

„Museo de la Cultura Maya“ in Chetumal

Unser „Urlaub“ dauerte dann aber über 3 Wochen und war dann doch auch ziemlich mühsam.

Die Reparatur unseres Autos, Austausch des Differenzialgetriebes und abermaliges schweißen des Rahmens, in so richtig mexikanischen Werkstätten, hat uns so manchen Nerv gezogen. Wir konnten das Wort „manana“ nicht mehr hören.

Nach Belize durch den Bundesstaat Quintana Roo

Coba

Im dichten Busch von Quintana Roo kann man zwischen mehreren kleinen Seen in der Maya Stätte Caba beinahe unrestaurierte Altertümer entdecken. Durch die große räumliche Ausdehnung, muss man sich dafür genügend Zeit nehmen oder so wie wir ein „Three-Bike“ mieten. So war es für uns recht angenehm, bei schwül/heißem Wetter die vielen Stelen, Pyramiden und Ausgrabungen zu besichtigen und dann auch noch die Pyramide „El Castillo“, mit 42m Höhe, zu erklimmen.

Tulum

Ist die einzige bekannte große Festungsstadt der Maya, die direkt an der Küste liegt. Der auf der Landseite von einer Mauer umschlossene Ort, thront weithin sichtbar auf 12m hohen Felsklippen, über dem vom weißen Sandstrand gesäumten Karibischen Meer.

So hatten wir nun nach 9 Monaten unserer Reise die Karibik erreicht!!

Wir hielten uns aber nicht lange dort auf, es war uns viel zu überlaufen!! Es ging weiter in den Süden.

Mahahual

Bei Mahahual, ca. 150 km vor der Grenze zu Belize, ließen wir uns ein paar Tage auf einem schönen Strandstück nieder. Endlich Sonne, Sand, Palmen und karibisches Meer. Leider hatten wir nur 2 Tage herrliches Wetter, dann gab es Gewitter, heftigen Wind und dazu ziemlich viel „Turtlegras“ im Wasser.

Laguna Bacalar

Dieser 56 km lange Süßwassersee, mit ruhigem flachem Wasser ist ein Paradies für Wassersportler und Fischer. Wir waren von dem Farbenspiel des Wassers beeindruckt. Es leuchtet bei Sonnenschein in den verschiedensten Grün und Blauschattierungen und die waren Temperaturen luden uns zum Schwimmen ein.

 

Auf den Spuren der Maya durch Yucatan


Uxmal

Inmitten der Puuc- Berge, die dem typischen Architekturstil der Gegend ihren Namen gab, war Uxmal während der späten klassischen Periode (600-900) eine bedeutende Stadt, umgeben von zahlreichen kleinen Ausgrabungsstätten.

Uxmal, das überwiegend im genannten Maya-Puuk-Stil erbaut ist, ist architektonisch eine der geschlossensten und schönsten präkolumbischen Stätte Mexikos.

Cenote ist ein dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist. Der Begriff stammt von den Maya der Halbinsel Yucatan, und diese betrachteten sie als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie häufig als Opferstätten. Viele Cenotes in Yucatan stehen mit dem vermutlich größten zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystem der Erde in Verbindung.

Cenotes rund um Homun

Nun wollten wir es mal genauer wissen was es mit den Cenoten so auf sich hat. In der Gegend um Homun gibt es zahlreiche dieser „Höhlen mit Wasser“ und so beschlossen wir uns einige anzusehen und natürlich versprachen wir uns Abkühlung!!! Wir organisierten uns einen „Tuck-Tuck“ Fahrer, der dann mit uns eine Runde zu 4 Cenoten machte. Es ist schon ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man über steile Stufen hinab in dunkle Höhlen klettert und dann bei feucht/kühlen Temperaturen in das glasklare, bis über 15m tiefe Wasser steigt.

Besonders die mystische Atmosphäre die man erlebt, wenn man, begleitet von kleinen schwarzen Fischen, in dem kühlen Wasser schwimmt, ist unbeschreiblich!

Itzamal

Unseren nächsten Halt machten wir in Izamal, wo wir beim Hotel „Hacienda Santo Domingo“, welches einem Österreicher gehört, unser Lager für 3 Nächte aufschlugen. Die Anlage ist traumhaft und wir konnten auch das Pool benützen!!!

Sehenswert ist die Stadt, welche von den Spaniern im Jahre 1540 erobert wurde. Sie errichteten aus den von ihnen zerstörten Pyramiden ihre Sakralbauten. Vom Hauptplatz, deren Häuser vorwiegend gelb gestrichen sind, erhebt sich das Kloster „San Antonio de Padua“. Das riesige Atrium, das von einer Arkade mit 75 Bogen umgeben ist, soll eines des größten Mexikos sein. Die 3 Hauptpyramiden, so weit sie noch vorhanden sind, liegen mitten in der Stadt. Wenn man „Kinichkakmo“ erklimmt, die dem Sonnengott geweiht war, hat man einen wunderbaren Weitblick über die Stadt und deren Umgebung. Wir erkundeten die Stadt mit einem Pferdegespann, was uns das Rumlaufen bei den heißen Temperaturen ersparte.

Chichen Itza

Unser Weg führte uns weiter zu der heiligen Stätte der Maya von Chichen Itza. Eine Fläche von rund 5 Quadratkilometern Urwald musste gerodet werden, um nur einen Teil dieser Ruinen sichtbar zu machen. Sie ist heute eine der größten und am besten restaurierten archäologischen Stätte Mexikos und zudem eines der 7 Weltwunder.

Da Chichen Itza ziemlich zentral in Yukatan liegt, erlebten wir dort mal so richtig den Tourismus von Mexiko!! Schlangen an den Eintrittskassen und durch die ganze Anlage Verkäufer, die versuchen ihre Waren, wie Holzmasken, Schmuck, Keramik, Webereien,…an den Mann/Frau zu bringen, man hat das Gefühl sich auf einem Jahrmarkt zu befinden.

Trotz allem ist diese Maya Stätte sehr imposant und sehenswert. Schade, dass man auf keine Pyramide mehr raufklettern darf, und so keinen Überblick von oben bekommt.

 Valladolid

Ist die zweitgrößte Stadt Yukatans und hat wie so manch andere mexikanische Stadt einen schönen Stadtplatz mit der Kathedrale San Servacio.

Wir verbrachten eine Nacht am Stadtrand bei der Hazienda San Lorenzo mit der wunderschönen Cynote Oxman, in der wir uns wiederum Abkühlung verschaffen konnten.

 

 

Archäologisches Juwel im Dschungel

Palenque, im Bundesstaat Chiapas

In seiner Schönheit und technischen Perfektion einzigartig ist der zwischen 600 und 800 unserer Zeitrechnung entwickelte Stil dieser klassischen Maya Stätte Palenque.

Sie liegt am Fuße einer Kette niedriger, mit hohem Regenwald bedeckter Hügel über der großen Schwemmlandebene des Rio Usumacinta. Im Unterschied zu den Maya Nord-Yucatans, die ihre imposanten Bauten in großzügiger Weise um offene Plätze anlegten, wählten die Baumeister Palenques ein den Hügeln angepasstes, geschlossenes System.

Wir waren nun wieder von 2500m am Meeresspiegel angelangt.. Etwas zu schaffen machte uns die klimatische Umstellung. Temperaturen bis 34° und eine Luftfeuchtigkeit von fast 100%. Diese Verhältnisse werden uns die nächsten Wochen begleiten.

Toll war der Stellplatz bei Palenque auf der wir 3 Nächte verbrachten. Mitten im Urwald, Brüllaffenkonzert mehrmals am Tag und am Morgen flog ein Schwarm Aras über die Bäume.

Edzna

Dies Anlage liegt nur ca 65 km entfernt von Palenque. Viele der Gebäude sind noch nicht ausgegraben oder bereits wieder überwachsen. Wie so oft in den Maya Städten wurden die Bauten mehrmals überbaut was zu Schwierigkeiten bei der Datierung führt.

 

 

Grutas de Xtacumbixunan

Es handelt sich um ein riesiges, nur im Ansatz erschlossenes System von Tropfsteinhöhlen und Cenotes (Wassergrotten) von nicht abschätzbaren Ausmaßen.

Für uns war es der erste Vorgeschmack auf das was uns an Cenotes und Höhlen in diesem Teil Mexikos erwarten würde. Man kann die Eindrücke nicht beschreiben, man muss sie erlebt haben.

Von Zapoteken bis Azteken:

Die ersten Pyramiden in Zentralmexiko

Nahezu 2000 Jahre lang gab es in Mittelamerika Hochkulturen. Sie errichteten Steinpyramiden für religiöse Rituale und entwickelten eine Schrift. Größer und reicher als jede europäische Stadt des 15. Jh. war Tenochtitlan, die Hauptstadt des mächtigen Aztekenreichs. Trotzdem wurde diese Kultur um 1520 von den Spaniern vernichtet.

Erst in den letzten beiden Jh. wurden viele dieser Städte von Archäologen wieder entdeckt und es wird versucht sie zu rekonstruieren und für die Nachwelt zu erhalten.

 Tula de Allende im Bundesstaat Hidalgo

Nicht weit entfernt von Mexiko Stadt liegt die einstige Hauptstadt der Tolteken. Obwohl die Ruinenstätte nicht so spektakulär wie Andere ist, beeindruckt sie durch ihre berühmten, ein wenig bedrohlich wirkenden 4,5 m hohen Kriegerfiguren aus schwarzem Basalt.

Teotihuacan im Bundesstaat Mexiko

Teotihuacan war in den ersten 600 Jahren unserer Zeitrechnung die einflussreichste politische und religiöse Macht in Mittelamerika. Wegen der Symmetrie der gigantischen Anlage und ihrer einheitlichen Architektur gehört sie zu den eindruckvollsten Ruinenstätten der Welt. Die bisher größte ausgegrabene altindianische Stadt Mesoamerikas am Rand des Hochtals von Anahuac wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Cholula bei Puebla

 Einstmals war dort ein religiöses Zentrum des alten Mexikos mit 100 000 EW. um die große Pyramide des Quetzalcoatl errichtet worden. Heutzutage sieht man von dem früheren Glanz kaum mehr als einen riesigen Erdhügel, unter dem sich die dem Unfang nach größte Pyramide der Welt verbirgt. Auf der Spitze des Hügels erhebt sich heute die Kirche „Nuestra Senora de los Remedios“, die die Spanier auf den Heiligtümern der Tolteken erbauten.

Reisen ist Freiheit